Der Bus-Factor in SAP VC: Ein unterschätztes Risiko

von Florian Roßner, Geschäftsführer, TeamR GmbH

Was passiert, wenn Helmut geht?

In fast jedem Unternehmen mit gewachsener SAP-Variantenkonfiguration gibt es einen Helmut. Oder eine Sabine. Jemand, der seit 15 Jahren die Konfigurationslogik kennt, Regeln im Kopf hat, die nirgendwo stehen, und der bei jedem Problem gerufen wird.

Das funktioniert – bis es nicht mehr funktioniert. Krankheit, Ruhestand, Jobwechsel. Plötzlich steht die Frage im Raum: Wer versteht eigentlich, warum Regel 4.711 genau so funktioniert?

Das Problem ist nicht Helmuts Schuld

Die meisten VC-Landschaften sind über Jahre gewachsen, ohne formale Governance. Wissen wurde in Köpfen gespeichert, nicht in Systemen. Das ist kein Versäumnis – es ist die natürliche Folge davon, dass die Systeme keine einfachen Wege bieten, dieses Wissen zu externalisieren.

Das Ergebnis: implizites Wissen, das geschäftskritisch ist, aber nicht dokumentiert, nicht überprüfbar und nicht übertragbar.

Warum klassische Dokumentation nicht reicht

Der Reflex ist: „Dann dokumentieren wir halt alles." Aber 500 Seiten VC-Dokumentation, die niemand liest und die nach drei Monaten veraltet ist, löst das Problem nicht. Was fehlt, ist nicht Dokumentation, sondern Struktur.

Ein VC-Modell, das strukturell sauber aufgebaut ist, erklärt sich weitgehend selbst. Benennungskonventionen, modulare Aufteilung, klare Abhängigkeitshierarchien – das sind keine Nice-to-haves, sondern die Grundlage dafür, dass auch jemand Neues das Modell in vertretbarer Zeit verstehen kann.

Was TeamR anders macht

Wir externalisieren implizites VC-Wissen in drei Schritten:

  1. Analyse der Ist-Struktur: Was existiert? Was davon ist aktiv? Was ist redundant? Was ist geschäftskritisch?
  2. Architektur-Refactoring: Das Modell wird so umstrukturiert, dass seine Logik nachvollziehbar wird – ohne die Funktionalität zu verändern.
  3. Wissenstransfer in das Team: Nicht als Schulung, sondern als gemeinsame Arbeit am Modell. Ihr Team lernt die Architektur, weil es sie mitgestaltet.

Das Ziel ist nicht, Helmut zu ersetzen. Das Ziel ist, dass das Unternehmen nicht mehr von Helmut abhängt.

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